The Cycling Anthology

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The Cycling Anthology

Volume One | Peloton Publishing
2012 | 271 Seiten | 7.99 GBP
ISBN: 978-0-9567814-4-4
CyclingAnthology.com

Die Cycling Anthology ist eine Sammlung von Essays zu verschiedenen Themen aus der Welt des Radsports. Die Herausgeber haben dazu das who-is-who des englischsprachigen Radsportjournalismus um sich versammelt, die zusammen 15 Beiträge zur ersten Ausgabe der Anthologie beigesteuert haben:

 

Project Wiggins
Ein gelungener Start ins Buch mit einem sehr interessanten Bericht über Bradley Wiggins Entwicklung zum Tour de France-Sieger. Nur sein Durchbruch als Rundfahrer bei Garmin kommt dabei etwas kurz.

In Praise of Thomas Voeckler
Wie man als Fan zu Voeckler steht soll etwas über einen selbst aussagen. Ich hab nach lesen des Textes leider nicht verstanden was das sein soll. Pickerings Theorie über objektive und subjektive Fans kann ich nicht ganz zustimmen. Im Laufe einer Saison schlüpft man doch immer mal wieder in beide Rollen. Und über Voeckler habe ich auch nichts Neues erfahren, um den Franzosen besser zu verstehen.

The New Wizards of Oz (Orica-GreenEdge)
Ein Text mit Stärken und Schwächen. Interessant ist der Abschnitt über die Entstehung des Teams. Die Einschätzung der ersten Saison ist doch aber etwas stark schön gefärbt. Nicht das die Saison schlecht war aber die Erfolge werden gefeiert, die Misserfolge schnell übergangen. Und nur weil Cavendish meint, dass er nur vor seinem Kumpel Goss Angst hätte, macht das den Aussie nicht zu einem „exzeptionellen Sprinter“. Neben Cavendish sind auch Greipel und Kittel im Flachen klar schneller und Sagan ist das noch komplettere Paket als Goss.

Gone Biking
Mit dem Karriereende seines Trainingspartners Michael Barry konfrontiert, wird David Millar klar, dass auch er nicht mehr viele Jahre fahren wird.

The Cobbler Retires
Eine einfach schöne Geschichte über Frederic Guesdon, den Sieger von Paris-Tours 2006 und, ach ja, Paris-Roubaix 1997.

Cyclonomics
Daniel Friebe schaut sich u.a. am Beispiel Highroad an, wie man für wenig Geld eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen kann. Dabei geht es um die grundsätzliche Ausrichtung eines Teams oder auch darum Fahrer, ohne hohe Ranglistenpositionen für bestimmte Positionen zu finden oder Fahrern mit kleinen Makeln dazu zu verhelfen ihr komplettes Potenzial abzurufen. Sehr interessant.

Pendleton vs. Meares
Durchaus schöne Geschichte über DIE Rivalität schlechthin im Frauen- oder Bahnradsport der letzten Jahre. Verliert aber etwas, wenn man Pendletons Autobiografie gelesen hat, denn diese stellt quasi den roten Faden und einige Zitate zur Verfügung. Auch die Frage wie persönlich Anna Meares diese „Fehde“ genommen hat bleibt leider weiter unbeantwortet.

The Grand Slam
Runde Geschichte vom Herausgeber Lionel Bernie über den Australier Adam Hansen, der im Jahr 2012 alle drei großen Landesrundfahrten in Angriff nahm und erfolgreich beendete.

As the Toto turns
Eine amüsante und kurze Zusammenfassung des Radsportjahres 2012 in Comic-Form.

The Original Individualist (Robert Millar)
Richard Moore, Autor von „In Search of Robert Millar“, stellt sich die Frage ob der Schotte ins heutige Team Sky gepasst hätte. Leider handelt er das recht schnell mit zwei Punkten (Individualismus/Team & Interesse an Technik, Ernährung, etc.) ab. Zum Einstieg beschäftigt sich Moore auch mit dem Timing seines Buches zur Tour 2007, was sich im britischen Radsport seitdem geändert hat und welche „Konsequenzen“ das Buch für Millar hatte. Durchaus interessante Aspekte aber gefühlt am Thema vorbei.

The Best of Luck
Mitherausgeber Ellis Bacon geht der Frage nach, welche Rolle das Glück im Radsport spielt und erinnert an Glückspilze, Pechvögel und Aberglaube.

Another World?
Kenny Pryde kehrte im April 2012 nach 14 Jahren Abstinenz zum Radsport zurück. In seinem Text schildert er die neue, alte Welt, die er dabei vorfindet und wie mittlerweile über Doping gesprochen wird.

The Exile
Schönes Portrait von Oscar Freire. Eine kleine Ehrerbietung, die dem Spanier während seiner Karriere und auch zu seinem Karriereende vor allem in seiner Heimat nur selten zu Teil wurde.

Il Magnifico`s Twilight
Mario Cipollini hatte zu Beginn des Jahres über ein Comeback als Anfahrer von Andrea Guardini spekuliert. Das Team hat schnell abgelehnt und die Anti-Doping-Regularien hätten eine Rückkehr zum anvisierten Zeitpunkt eh unmöglich gemacht. Viel Lärm um nichts. Am Text selbst gibt´s nichts auszusetzen aber was vielleicht ne kleine Anekdote im Jahresrückblick wert gewesen wäre, hätte es nicht unbedingt in dieses Buch schaffen müssen.

Bin Bag of my Dreams
Das Beste zum Schluss. Zwar auch nicht perfekt, da die Eingangsfrage nach dem ewigen Zweifel als Armstrongs Erbe etwas verloren, geht aber Jeremy Whittles Erlebnisbericht von der Tour de Romandie, seine Beobachtungen bei Pressekonferenzen oder aus dem Begleitfahrzeug sind einfach toll erzählt.

Alles in allem habe ich das Buch mit gemischten Gefühlen ins Regal gestellt. Vielleicht sogar mit einem Hauch Enttäuschung. Aber das liegt wohl vor allem daran, dass ich mit großer Vorfreude und hohen Erwartungen zu diesem Buch gegriffen habe. Ich wollte es einfach fantastisch finden und am Ende in den höchsten Tönen loben können. Da hatte ich einen Anspruch, der nur sehr, sehr schwer zu erfüllen ist.

Positiver ausfallende Besprechungen findet ihr hier und hier.

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